Mittwoch, 28. Januar 2015

MMM im Trost-Rock Nr.1

Vor einigen Wochen brauchte ich dringend ein gutes Nähergebnis (warum? Schaut mal) und da nähte ich mir einen Rock, der zugeschnitten schon einige Wochen über der Stuhllehne hing und auf Fertigstellung wartete.
Den Stoff habe ich schon als Kleid bei Dreika gesehen und vor einiger Zeit gab es noch einen Rock daraus, leider habe ich mir nicht gemerkt, bei wem.


Ich kaufte den Stoff (ganz leichter Cord) bei Karstadt und zwar die letzten 85 cm, die sie noch hatten. Der Schnitt durfte also nicht zu stoffschluckend sein.

Erst Ordnung schaffen, dann Foto machen!

Der Schnitt ist aus der Oktober (Ausgabe weiß ich grad nicht, das Heft habe ich grad verliehen), die Taschen habe ich aus schwarzem Stoff genäht, was ich sehr mag. Überhaupt ist es mal schön, Taschen im Rock zu haben, das ist selten bei mir.
Der Rock ist inzwischen gut eingetragen, ich mag ihn wirklich sehr und die Farben tun doch gut im Winter!




Und hier geht es zum MMM-Blog. Frau Crafteln hat mich heute mit der Story Kleid - Karo - Anpassungen - Handnähen sehr beeindruckt!

Sonntag, 25. Januar 2015

>Kleines pädagogisches Wörterbuch<


Vielleicht wird das eine neue Rubrik in meinem Blog.
(Zwischendurch habe ich durchblicken lassen, dass ich mein Brot im Bereich
der Pädagogik verdiene.)






Dieser Anblick beim Blick aus dem Badezimmerfenster, regte mich heute an, zwei Begriffen aus der Reiz- und Lernpsychologie auf den Grund zu gehen:

Akkommodation und Assimilation



In den letzten zwei Wintern fiel in diesem Teil Norddeutschlands zusammengezählt etwa 10 cm Schnee (großzügig gerechnet und nur auf meine Erinnerung beruhend!).

Interessant also, wie die Nachbarskinder, die wie fast alle Kinder in diesen Breiten gerne Schlitten fahren möchten, mit dieser Tatsache umgehen.

Gestern morgen begann es leicht zu schneien. Da sich der kleine Schlittenberg genau gegenüber unseres Hauses befindet, kann ich leicht beobachten, wie viel Schnee gefallen sein muss, bis das erste Kind mit dem Schlitten anrückt. Auch gestern musste Frau Holle nicht lange arbeiten, denn sobald eine transparent dichte Schneedecke (bedeutet: der Untergrund ist noch leicht sichtbar) auszumachen war, rückte ein kleiner Mensch an, seinen Schlitten hinter sich herziehend und testete den kleinen Hügel auf Befahrbarkeit. Je mehr Schneeflocken sich zu einer weißen Welt formten, desto mehr Kinder kamen aus den Nachbarhäusern und -straßen. 

Dieses Verhalten nennt man Assimilation. Die Kinder passen sich den klimatischen Bedingungen des norddeutschen Winters und den Eigenschaften des Schnees an. Sie ziehen ihre Schneehosen an, schnappen sich den Schlitten und nutzen sofort und ohne Aufschub das Winterwetter. Denn sie wissen: die weiße Pracht kann schnell vorbei sein und ein einmaliges Schauspiel für die nächsten 12 Monate bedeuten!


So ging der Nachmittag dahin und ich wartete schon gespannt auf die Aktion unserer Nachbarjungs, die in jedem Jahr den weißen Winter um etwa einen halben Tag verlängert.
So auch gestern: die Zwillinge kamen mit Besen und Schneeschieber unterm Arm heraus. Denn in Ermangelung einer Schneekanone muss per Muskelkraft der Schnee dorthin gebracht werden, wo er von den Kindern am meisten gebraucht wird. 
Dazu wird Schnee von der Weide oder aus umliegenden Gärten heran geschoben, manchmal auch mit Bollerwagen oder Schubkarre eingesammelt. (Letztes Jahr fragte ein Kind, ob es sich Schnee aus unserem Garten holen darf :-))


Das ist ein Beispiel für Akkommodation: Das heißt: der Schnee wird in seiner Eigenart, sich verformen und verschieben zu lassen, dem eigenen Verhalten angepasst. Durch die dickere Schneedecke können die Kinder sogar das Schlittenvergnügen um einige Zeit verlängern, denn auch wenn es, wie heute, regnet ist der Schnee noch dicht genug, um darauf hinunterzurutschen. (Siehe Foto! Vor einer Stunde ist das letzte Kind abgerückt, aber ich werde das weiter beobachten)

Soweit das pädagogisch-psychologische Wort zum Sonntag.
Vielen Dank fürs Lesen (denn ihr wisst ja: Pädagogen hören sich gern selbst reden und noch lieber belehren sie ihre Mitmenschen!)
Eurer Luise



Freitag, 23. Januar 2015

Vorher-nachher

Im letzten Winter strickte ich mir diese Jacke, die ich gerne trage, weil die Farbe im grauen Winterwetter, das hier überwiegend herrscht, so schön bunt ist. Und weil sie wärmt.


Allerdings war mir der Ausschnitt immer zu weit und offen und ich finde es lästig, wenn ich ständig ein Tuch oder Schal tragen muss.

Motiviert durch die braune Jacke mit Schalkragen habe ich die Vergissmeinnicht-Jacke nun auch mit Kragen versehen:


Nun sieht sie so aus. 


Den Kragen habe ich mit verschränkten rechten Maschen gearbeitet, das gefällt mir sehr gut! Und es nimmt das Muster ein wenig auf. Kraus rechts wäre mir zu unruhig gewesen. 
Mich erstaunt ja immer wieder, wie viel Wolle in so einen Kragen passt. 50 Gramm habe ich verbraucht. 


Nun bin ich am Überlegen, ob ich auch noch die Knöpfe tausche. 



Die grünen sind eine Notlösung und die blauen sind mir eigentlich zu "laut", sie lenken ein bisschen viel vom Muster ab. Mal sehen, in meinem Fundus habe ich nichts gutes gefunden.


 Ich wünsche euch einen schönen Freitag, mit dem einen oder anderen bunten Farbklecks!



Mittwoch, 7. Januar 2015

MMM - Mein schönstes Kleid 2014

Das Thema beim heutigen MMM ist "Mein schönstes Kleid".
Ja, also das nehme ich mal nicht wörtlich, denn wenn etwas nicht geklappt hat, war es das Kleidernähen. Drei probierte ich und alle drei sind "ein Satz mit X".
Worüber ich aber sehr froh bin, sind meine vielen Röcke. Ganze neun sind 2014 dazu gekommen, bis auf einen trage ich sie regelmäßig und sehr gerne.
Auch ich kann mich, wie Melleni, nicht auf einen Rock festlegen.


Da wären zunächst die Tellerröcke, die ich in diesem Jahr für mich entdeckt habe. Mit diesem Burda-Schnitt, der eine breite Passe hat, bin ich super zufrieden, denn der Rock springt nicht gleich in der Taille auf und macht so eine bessere Figur (bei mir).








Ausgelöst wurde das durch einen Kommentar beim Frühlingsjäckchen-Knit-Along, ob ich nicht ein Gesamt-Outfit präsentieren möchte. Das regte mich an, zu meinem lila Jäckchen auch einen Rock zu nähen, der oft und gern getragen wurde.




Im Sommer trug ich ausgiebig meinen Streifen-Faltenrock.



Und für den Herbst nähte ich mir meinen ersten Blumenrock, auch ein Faltenrock und ebenfalls wunderbar zu tragen. 


Außer Röcken gab es hier noch fünf neue Strickjacken und im Herbst mein Glanzstück des Jahres, den Mantel vom Herbst-Sew-Along.


Ich bin sehr zufrieden mit der Ausbeute und hoffe in diesem Jahr auf ähnlich gute Nähergebnisse. 



Sonntag, 4. Januar 2015

Wenn etwas ins Stocken gerät...

Zur Zeit habe ich Ferien und daher viel Gelegenheit mich an die Nähmaschine zu setzen.
Aktuell habe ich einen Rock aus Karostoff in der Mache und kam vor einer Stunde an den Punkt der ersten Anprobe. Da wird es ja spannend und ich versuche jetzt mal, zu schildern, was so passieren kann und wie ich damit umgehe.
Neben der Herstellung meiner Kleidung findet ja beim Ausüben einer Tätigkeit noch viel mehr statt: Ich setze mich immer wieder mit meiner individuellen Art der Problembewältigung auseinander. Das finde ich sehr interessant. Denn ich befinde mich ja nicht permanent in einem Flow sondern muss sehr wohl Schwierigkeiten meistern.
Die Situation der ersten Anprobe birgt ja nun alles auf der Spannungslinie zwischen großer Freude / Zufriedenheit und Entzauberung / Ernüchterung.

Am besten ist es natürlich, wenn das Kleidungsstück passt und einem richtig gut gefällt.
Meistens geht es mir aber so:

  • Das Kleidungsstück ist zu weit (zu eng kommt sehr selten vor, ich gebe großzügige Nahtzugaben!).
  • Der Stoff sieht doch nicht so schön aus, wie gedacht.
  • Der Stoff fällt nicht gut.
  • Es entstehen merkwürdige Beulen und Falten (die ich mir nicht erklären kann).
  • Der Schnitt steht mir doch nicht. Ich finde mich zu groß/zu klein/zu dick darin. Oder der Schnitt ist halt einfach nix für mich.
  • Ich entdecke (beim Karo in diesem Fall) doch wieder Stellen, wo das Karo nicht zusammenpasst.
Was mache ich? Alles in die Ecke schmeißen/ ein dickes Stück Schokolade essen / fluchen / meinen Liebsten fragen, wie er das findet (ist aber riskant, denn es gibt für ihn fast keine Chance mir die richtige Antwort zu geben!)...
Heute begann ich (und so habe ich das auch schon beim letzten Rock gemacht), mir Oberteile, Strumpfhosen, Schuhe und Stiefel zusammenzusuchen, die ich zu dem Rock anprobierte. 

Und siehe da, ich konnte mir doch vorstellen, dass mir der Rock am Ende steht, dass er mir sogar gefallen könnte und dass ich ihn dann auch trage. 
Ein paar Fotos von meinem Motivationsprogramm:


Schuhe finde ich sehr wichtig und verändern die Sicht auf einen Rock sehr. Vorher in Puschen sah ich aus, als würde ich gleich den Staubsauger rausholen und Hausputz machen...


Mit Kniestrümpfen verändert sich der Stil noch etwas, die Bandbreite wird durch ein kleines Detail größer, was mich sehr begeistert.


Auch durch die Stiefel, hier meine liebsten zur Zeit (habe ich auch noch in braun), kann ich wiederum ein anderes Bild erzeugen.

Durch dieses Ausprobieren passiert zweierlei: ich merke, dass der Rock kein Ding der Unmöglichkeit für mich ist und ich bekomme wieder Lust aufs Weiternähen. 
Zweitens kann es passieren, dass ich neue Schuhe brauche. Denn die Spangenschuhe sind braun und passen nicht zum Rock! 

Dass ich den Rock (natürlich!) auch noch enger machen muss ist ja nichts Neues.

Der Stoff ist übrigens richtig schön. Ich bekam ihn mal aus einem Nachlass geschenkt, noch mit kleinem Schildchen:


Er ist aus 100 % Wolle und ist aber schön weich und dünn. Leider hatte ich nur einen knappen Meter davon, deshalb wird es ein schmaler Rock. Wenn ich ihn fertig genäht habe und ihn hoffentlich gern trage, gibt es Fotos!

So, jetzt aber wieder an die Nähmaschine!



Samstag, 3. Januar 2015

Luises Weihnachtskleid




Und da war doch noch die Sache mit dem Weihnachtskleid. Am Neujahrstag ist es fertig geworden und ich kann euch das Ergebnis zeigen. ....das mir nicht gefällt...

Ich nähte nun doch die Ärmel dran, machte die Schultern schmaler und versetzte die Taillennaht etwas noch oben. Dies alles half natürlich nichts in Bezug auf den Ausschnitt, der zu weit zugeschnitten war.
Was ich noch zu bemängeln habe, ist die Farbe. Ich bin in der Planung von meiner Wunschfarbe - flaschengrün - abgerückt, weil die Lieferzeit sehr lang war und ich die Sorge hatte, dass ich das Kleid dann nicht bis zum 19.12. fertig haben würde.
Haha! Der Zeitplan war sowieso für mich irgendwann nicht mehr einzuhalten und nun habe ich ein Kleid, dass mir nicht wirklich passt in einer Farbe, die mich nicht wirklich überzeugt.


Ich übe mich also in Frustrationstoleranz und zeige tapfer das Ergebnis!


Deutlicher noch einmal den weiten Ausschnitt. 



Ein bisschen kaschiert mit warmen Tuch. 

Ich würde mich noch einmal an "Lady-Skater" heran wagen. Ich muss das mal in einer anderen Größe ausprobieren! Aber jetzt nähe ich mir erstmal ein paar Trost-Röcke :-)

Volle Punktzahl bekommt allerdings der Stoff.  Viskose-Romanit von "Der rote Faden" ist ein Stoff, der sich super nähen lässt und der bestimmt sehr pflegeleicht ist.